Die meisten Unfälle passieren im eigenen Zuhause, ob Stürze, Schnitte oder kleine Verbrennungen. So sollen jedes Jahr rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland auf diese Art verunglücken. Doch es gibt immerhin eine gute Nachricht: Die Folgen sind in der Regel überschaubar. Zudem kann man den eigenen Haushalt sicherer gestalten und beispielsweise Treppen absichern und Messer sicher verwahren.
Es gibt aber auch unsichtbare Gefahren, die viele Menschen unterschätzen können. Sie sind nicht so leicht zu erkennen, beeinflussen aber die Sicherheit im eigenen Haushalt. Wer also alle offensichtlichen Gefahrenquellen bereits adressiert hat, sollte sich auch zu den versteckten Risiken informieren. Erst so lässt sich eine wirklich hohe Sicherheit garantieren.
Dieser Artikel stellt sieben unsichtbare Gefahren im Haushalt vor und gibt praktische Tipps, wie man Risiken reduzieren und sich vor den Folgen schützen kann.
1. Schimmel
Eigentlich sollte jeder bereits wissen, wie gefährlich Schimmel in der Wohnung ist. Er kann unbemerkt Sporen und Giftstoffe in die Raumluft abgeben und damit langfristig die Atemwege schädigen. Betroffene Menschen klagen dann oft über Atemwegsprobleme, allergische Reaktionen, Reizungen der Schleimhäute sowie grippeähnliche Symptome.
Schimmel kann sich hinter Tapeten und Möbeln verstecken, was ihn besonders gefährlich macht. Deswegen gilt: Bei muffigem Geruch sofort alle Bereiche im Haushalt gründlich überprüfen. Ein Experte kann ebenfalls mögliche Schadstoffe in der Luft nachweisen und sofort die notwendigen Schritte einleiten – das ist bei starkem Befall ohnehin die einzige Option.
2. Feinstaub
Insbesondere in vielen Großstädten ist die Luftqualität aufgrund hoher Feinstaubkonzentration ein zunehmendes Problem. Die kleinen Partikel können problemlos bei geöffnetem Fenster in jede Wohnung eindringen und auf lange Sicht zur Gesundheitsgefahr werden. Reizungen, Atembeschwerden und Entzündungen sind dabei häufig die ersten Symptome.
Wer in einer Stadt mit schlechter Luft wohnt, sollte unbedingt die Luftqualität mithilfe eines Sensors überwachen. Beim Überschreiten der Grenzwerte kann das Gerät dann eine Warnung abgeben. Geschieht das relativ oft, sollte man über die Anschaffung eines Luftfilters nachdenken.
3. Cybergefahren
Eine weitere unsichtbare Gefahr sind Cyberangriffe und Datenlecks. Speziell im vernetzten Smart Home von heute ist das Risiko nicht mehr zu unterschätzen. Das Netzwerk bzw. WLAN sollte professionell aufgesetzt werden und auf starke Verschlüsselung, komplexe Passwörter und eine fest integrierte VPN-Verbindung auf dem WLAN-Router setzen. So lassen sich die meisten Gefahren aus dem Internet auf einfache Weise verhindern. Ein sogenannter DNS-Leak-Check kann dann beim weiteren Identifizieren von möglichen Schwachstellen behilflich sein. Die gute Nachricht: Eine moderne VPN-App bietet in der Regel auch einen starken DNS-Leak-Schutz, sodass die eigenen Surfaktivitäten privat bleiben.
4. IoT-Geräte
Das Internet der Dinge (Internet of Things oder kurz: IoT) ist heute in vielen Haushalten bereits die Realität. Menschen haben smarte Lampen, Thermostate und Lautsprecher, die permanent mit dem Internet verbunden sind. Leider sind einige solcher Geräte beim Thema IT-Sicherheit sehr schwach aufgestellt, weil sie veraltete Software und Technologien nutzen.
In einem solchen Fall kann es noch wichtiger sein, das eigene WLAN mit einem VPN abzusichern (siehe hierzu Gefahr #3). So lassen sich viele der unsichtbaren Sicherheitslücken schließen, um Gefahren bei der Nutzung der praktischen IoT-Geräte zu vermeiden. Hacker und Angreifer aus dem Internet haben es dann deutlich schwieriger, an sensible Daten zu gelangen.
5. Radon
Die meisten Menschen werden von Radon wahrscheinlich nicht gehört haben, und dennoch sterben jedes Jahr etwa 2.800 Menschen in Deutschland an den Folgen. Es handelt sich um ein natürliches, radioaktives Edelgas, das aus dem Zerfall von Uran im Boden entsteht. Dieser eigentlich natürliche Prozess kann aber eben auch zur Gefahr werden.
Radon kann durch undichte Stellen im Fundament in die Raumluft eindringen und langfristig sogar bis zum Lungenkrebs führen (es ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache). Gibt es im Haus einen ungewohnten Geschmack oder Geruch, sollte auf Schimmel und Radon gemessen werden. Ein Experte berät danach zu den richtigen Maßnahmen.
6. Abgelaufene Medikamente
Eine etwas unterschätzte Gefahr sind abgelaufen Medikamente, die sich in fast jedem Haushalt finden lassen. Insbesondere bereits geöffnete Produkte sollten nach Ablauf nicht mehr genutzt werden. Farbe, Geruch und die Konsistenz können sich verändern, was die Einnahme ohnehin ein wenig unangenehm macht. Doch es gibt ein noch viel größeres Risiko.
Denn abgelaufene Medikamente verlieren oft ihre Wirkung, was im Falle einer ernsteren Erkrankung besonders gefährlich werden kann. So hilft dann das Antibiotikum nicht mehr, um eine bakterielle Infektion zu behandeln. Deswegen gilt: Abgelaufene Medikamente am besten sofort entsorgen oder bei einer Apotheke abgeben, die sich dann darum kümmert.
7. Haushaltschemikalien
Chemische Reiniger gehören zur Grundausstattung in vielen Haushalten. Hartnäckiger Schmutz lässt sich meistens nur auf diese Weise schnell entfernen, ob Fett, Kalk oder Keime. Doch einige der vermeintlich harmlosen Haushaltschemikalien bergen bei falscher Verwendung ungeahnte Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind.
Verätzungen und Reizungen sind vielen wahrscheinlich schon bekannt. Chemische Reiniger können aber auch zu Atemwegserkrankungen oder sogar Vergiftungen führen. Deshalb gilt es, die Beschreibung genauestens zu lesen und allen Anweisungen zu folgen. Handschuhe, Atemmasken und sofortiges Lüften können die meisten Probleme vermeiden.
8. Asbest
Früher war die Gefahr von verstecktem Asbest besonders hoch, heute ist es hingegen eher zur Ausnahme geworden. Seit 1993 ist die Verwendung nämlich komplett verboten, sodass eigentlich nur noch nicht sanierte alte Gebäude davon betroffen sein können. Asbest wurde beispielsweise in Fassaden und PVC-Böden verarbeitet – der Stoff ist krebserregend.
Wer in einem älteren, unsanierten Haus wohnt und keinen eindeutigen Nachweis hat, sollte also auf Nummer sicher gehen. Asbest kann nämlich viele Beschwerden hervorrufen und langfristig zu Krankheiten und Krebs führen. Es gibt zwar visuelle Merkmale für Asbest (grau-grünliche Farbe, faserige Struktur), Gewissheit kann aber nur ein Laborbericht bieten.



