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Garage richtig planen: Der tatsächliche Platzbedarf beginnt neben dem Auto

Garage mit zuätzlichem Platz_Envato Elements, pro_creator

Was soll neben dem Auto eigentlich noch untergebracht werden? Diese Frage entscheidet bei der Garagenplanung oft stärker über den späteren Platzbedarf als die Anzahl der Fahrzeuge. Fahrräder, Gartengeräte und ein Satz Reifen stellen andere Anforderungen als eine Werkbank. Ein Wohnmobil benötigt zusätzliche Höhe, mehrere Fahrzeuge wiederum ausreichend breite Fahr- und Bewegungsflächen.

Deshalb sollte der Nutzungszweck feststehen, bevor Außenmaße und Bauform gewählt werden. Wer lediglich die Abmessungen des aktuellen Fahrzeugs zugrunde legt, plant zwar einen Stellplatz, aber noch keinen funktionierenden Raum. Erst wenn klar ist, was dort abgestellt, gelagert und möglicherweise bearbeitet werden soll, lässt sich beurteilen, ob ein Carport genügt, eine klassische Garage sinnvoll ist oder der Flächenbedarf bereits in Richtung einer größeren Überdachung oder Halle geht.

Der Stellplatz ist nur der Anfang der Flächenplanung

Länge und Breite eines Fahrzeugs bilden zunächst die reine Stellfläche. Im Alltag kommen jedoch Bewegungsräume hinzu: Türen und Heckklappe müssen sich öffnen lassen, Personen müssen bequem ein- und aussteigen können und Gegenstände sollen am geparkten Fahrzeug vorbeigetragen werden.

Besonders deutlich wird das bei einer Mischnutzung. Ein Regal benötigt nicht nur seine eigene Tiefe, sondern auch Platz davor. Gleiches gilt für einen Fahrradständer oder eine Werkbank. Wird die Garage knapp bemessen, entstehen schnell Nutzungskonflikte: Das Fahrrad lässt sich nur herausnehmen, wenn das Auto draußen steht, oder die Werkbank ist zwar vorhanden, aber bei abgestelltem Fahrzeug kaum erreichbar.

Für die Planung lohnt sich deshalb eine Trennung in verschiedene Funktionsbereiche:

  • Stellfläche: der Raum, den Pkw, Motorrad, Wohnmobil oder Anhänger selbst beanspruchen.
  • Bewegungsfläche: Bereiche zum Ein- und Aussteigen, Öffnen von Türen und Bewegen sperriger Gegenstände.
  • Lagerfläche: Platz für Regale, Reifen, Fahrräder, Gartengeräte oder saisonale Ausrüstung.
  • Arbeitsfläche: Werkbank, Werkzeug und der davor erforderliche Bewegungsbereich.
  • Verkehrsfläche: Wege zwischen Tor, Fahrzeug, Nebentür und Lagerbereichen.

Diese Flächen können sich teilweise überschneiden. Entscheidend ist jedoch, dass die vorgesehenen Tätigkeiten tatsächlich möglich bleiben.

Geplante NutzungZusätzlicher Platz entsteht vor allem durchFrüh zu prüfen
Pkw abstellenEin- und Aussteigen, Türöffnungseitliche Bewegungsräume
Fahrräder und Geräte lagernStell- und ZugriffsflächenWege neben dem Fahrzeug
Reifen und Dachbox lagernRegale oder Wandhalterungennutzbare Wandflächen
HobbywerkstattWerkbank und Arbeitsbereichfreie Fläche vor der Werkbank
Wohnmobil oder Transportergrößere FahrzeugabmessungenTor- und Innenhöhe
mehrere Fahrzeugeunabhängiges RangierenBreite und Zufahrt

Die Fahrzeugzahl allein ist damit ein schlechter Maßstab für die benötigte Fläche. Zwei Garagen für jeweils einen Pkw können je nach zusätzlicher Nutzung völlig unterschiedliche Grundrisse erfordern.

Werkstatt und Lager verändern den Grundriss

Sobald die Garage mehr als ein geschützter Stellplatz sein soll, sollte der Grundriss nach Arbeitsabläufen geplant werden. Eine Werkbank mit Werkzeugschrank an der Seitenwand ist beispielsweise nur sinnvoll, wenn davor auch bei abgestelltem Fahrzeug gearbeitet werden kann.

Ähnliches gilt für Fahrräder. Eine Wandhalterung spart Bodenfläche, verlangt aber Platz zum Ein- und Aushängen. Gartengeräte wiederum müssen häufig nach draußen gebracht werden. Befinden sie sich hinter dem Auto, wird aus einem auf dem Grundriss effizient wirkenden Lagerplatz schnell eine unpraktische Lösung.

Vor der Festlegung der Gebäudegröße hilft deshalb eine einfache Nutzungsskizze. Darin sollten zumindest folgende Abläufe durchgespielt werden:

  1. 1. Fahrzeug ein- und ausparken,
  2. 2. Fahrer- und Beifahrertür öffnen,
  3. 3. Kofferraum oder Heckklappe nutzen,
  4. 4. Fahrräder und Gartengeräte hinein- und herausbringen,
  5. 5. häufig benötigte Lagerbereiche erreichen,
  6. 6. gegebenenfalls an Werkbank oder Fahrzeug arbeiten.

Dabei zeigt sich häufig, dass nicht jeder Bereich gleichzeitig frei sein muss. Die entscheidenden Bewegungsflächen dürfen sich jedoch nicht gegenseitig blockieren. Genau diese Unterscheidung kann verhindern, dass unnötig groß gebaut wird oder die fertige Garage trotz ausreichender Quadratmeterzahl unpraktisch bleibt.

Garage und Carport erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Auch die gewünschte Schutzfunktion gehört an den Anfang der Entscheidung. Ein Carport überdacht das Fahrzeug, bleibt aber an mindestens einer Seite offen. Eine Garage schafft dagegen einen geschlossenen beziehungsweise weitgehend geschlossenen Raum. Diese konstruktive Unterscheidung wirkt sich unmittelbar auf die mögliche Nutzung aus.

Soll lediglich ein Fahrzeug überdacht werden, können andere Anforderungen gelten als bei einem Raum, in dem gleichzeitig Fahrräder, Werkzeug oder Gartengeräte untergebracht werden. Sobald eine Werkstatt oder umfangreichere Lagerung hinzukommt, gewinnen geschützte Wandflächen und ein klar abgegrenzter Innenraum an Bedeutung.

Statt lediglich „Garage oder Carport?“ zu fragen, sollte deshalb die benötigte Funktion verglichen werden:

BauformCharakterSinnvolle Ausgangsfrage
Carportoffene bzw. teilweise offene ÜberdachungGeht es vor allem um einen überdachten Stellplatz?
Garagegeschlossener Stell- und NebenraumSollen zusätzlich Gegenstände geschützt untergebracht werden?
größere Überdachunggroßzügige überdeckte FlächeWerden mehrere Stell- oder Bewegungsflächen benötigt?
Hallenkonstruktiongroßflächiger geschützter RaumTreffen Fahrzeuge, Maschinen, Lagerung und Arbeit zusammen?

Welche Lösung auf einem Grundstück zulässig ist, lässt sich allerdings nicht allein aus der Bauform ableiten. Bebauungspläne können beispielsweise Flächen für Stellplätze und Garagen sowie deren Einfahrten festsetzen. Eine maßgebliche rechtliche Grundlage dafür ist das Baugesetzbuch (BauGB).

Das Tor kann einen großzügigen Grundriss zum Engpass machen

Eine große Innenfläche hilft wenig, wenn das Fahrzeug das Gebäude nur umständlich erreicht. Zufahrt und Tor sollten deshalb nicht erst ausgewählt werden, wenn der Gebäudegrundriss bereits feststeht.

Zu prüfen sind insbesondere:

  • verfügbare Breite der Zufahrt,
  • Anfahrtswinkel zum Tor,
  • Rangierfläche vor dem Gebäude,
  • lichte Breite und Höhe der Toröffnung,
  • Lage vorhandener Gebäude und Grundstücksgrenzen,
  • Hindernisse entlang des Fahrwegs.

Bei Wohnmobilen, Transportern oder Fahrzeugen mit Dachaufbauten wird die Höhe zu einem eigenständigen Planungskriterium. Dabei sollte zwischen Gebäudehöhe und tatsächlich nutzbarer Durchfahrt unterschieden werden. Entscheidend ist letztlich, ob das vorgesehene Fahrzeug den Zugang sicher passieren kann.

Bei mehreren Fahrzeugen kommt die Organisation der Stellplätze hinzu. Zwei hintereinander angeordnete Plätze können Grundstücksbreite sparen, machen die Nutzung jedoch voneinander abhängig. Nebeneinander abgestellte Fahrzeuge benötigen mehr Breite, können dafür unabhängig bewegt werden.

Auch hier entscheidet also nicht die theoretisch unterzubringende Fahrzeugzahl, sondern der gewünschte Ablauf im Alltag.

Untergrund und Standort frühzeitig berücksichtigen

Die freie Fläche auf dem Grundstück ist nicht automatisch der geeignete Bauplatz. Gelände, Entwässerung, Zufahrt und der für die jeweilige Konstruktion erforderliche Untergrund sollten berücksichtigt werden, bevor Torart oder Innenausstattung festgelegt werden.

Hinzu kommen die öffentlich-rechtlichen Anforderungen. Diese hängen vom Bundesland, vom Standort und vom konkreten Vorhaben ab. Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Genehmigungspflicht und materiellen baurechtlichen Anforderungen: Auch ein Vorhaben, für das kein reguläres Genehmigungsverfahren erforderlich ist, muss die einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorgaben einhalten.

Welche landesrechtlichen Anforderungen gelten, lässt sich über die jeweiligen Bauordnungen prüfen. Die Informationen zum Bauordnungsrecht des Landes Schleswig-Holstein sind beispielsweise eine amtliche Anlaufstelle für die dort geltenden Regelungen.

Für Bauherren folgt daraus eine sinnvolle Reihenfolge: Zunächst sollte geklärt werden, welche Nutzung am vorgesehenen Standort überhaupt realisierbar ist. Erst danach lohnt sich die detaillierte konstruktive Planung. Das ist vor allem bei größeren Gebäuden oder ungewöhnlicheren Nutzungen relevant, weil spätere Änderungen von Standort und Abmessungen erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Konzept haben können.

Wenn die klassische Garage nicht mehr ausreicht

Bei sehr großem Platzbedarf verändert sich die Aufgabenstellung. Wer mehrere Fahrzeuge, größere Maschinen und zusätzlich umfangreiche Arbeits- oder Lagerbereiche unterbringen möchte, plant funktional nicht mehr nur eine großzügige Pkw-Garage. Dann können auch Hallenkonstruktionen in die Betrachtung einbezogen werden.

Die reine Grundfläche reicht für einen Vergleich allerdings nicht aus. Wichtiger ist das Zusammenspiel mehrerer Größen:

KriteriumPraktische Bedeutung
Breite und Spannweitebestimmen die mögliche Anordnung nebeneinander
Längebeeinflusst Stell-, Lager- und Arbeitszonen
nutzbare Innenhöherelevant für hohe Fahrzeuge, Maschinen und Regale
Torabmessungenbegrenzen die tatsächlich einfahrbaren Fahrzeuge
Innenraumgeometriebeeinflusst die Nutzbarkeit der Randbereiche
Zufahrtbestimmt den notwendigen Rangieraufwand
Untergrundmuss zur Konstruktion und vorgesehenen Belastung passen

Die Gebäudegröße ist bei solchen Projekten nur eine von mehreren Planungsgrößen. Entscheidend ist, wie Fahrzeuge oder Maschinen tatsächlich ein- und ausfahren, welche Bewegungsflächen benötigt werden und ob Lager- oder Arbeitsbereiche gleichzeitig nutzbar bleiben. Gerade bei größerem Flächenbedarf sollte die Konstruktion deshalb erst festgelegt werden, wenn diese Abläufe geklärt sind, so die fachliche Einordnung von Profizelt24.

Am oberen Ende des Flächenspektrums können beispielsweise Rundbogenhallen infrage kommen. Je nach Rundbogenhallen in verschiedenen Größen und Konstruktionen unterscheiden sich die Voraussetzungen dafür, wie Fahrzeuge, Maschinen, Lagerbereiche und Arbeitsflächen innerhalb des Gebäudes angeordnet werden können.

Gerade bei einer gekrümmten Gebäudeform ist dabei nicht nur die maximale Höhe interessant. Die nutzbare Höhe verändert sich über die Breite des Innenraums. Ein hohes Fahrzeug kann deshalb möglicherweise problemlos im mittleren Bereich stehen, während hohe Regale oder Maschinen in den Randzonen anders positioniert werden müssen. Grundfläche und maximale Gebäudehöhe allein beschreiben die tatsächliche Nutzbarkeit folglich nur unvollständig.

Für größere Projekte bietet sich daher eine Planung vom Nutzungsvorgang zum Gebäude an:

  1. 1. größtes Fahrzeug oder größte Maschine bestimmen,
  2. 2. Einfahrt und notwendige Rangierbewegungen berücksichtigen,
  3. 3. Stell-, Arbeits- und Lagerzonen festlegen,
  4. 4. erforderliche Torabmessungen und nutzbare Höhen ableiten,
  5. 5. erst anschließend Gebäudegröße und Konstruktion auswählen.

So lässt sich vermeiden, dass eine große Halle zwar rechnerisch genügend Quadratmeter besitzt, einzelne Flächen wegen ungünstiger Zugänge oder Raumgeometrien aber nicht wie vorgesehen genutzt werden können.

Reserve planen, aber nicht einfach möglichst groß bauen

Eine Garage oder Fahrzeughalle wird häufig länger genutzt als das Fahrzeug, für das sie ursprünglich geplant wurde. Ein gewisser Spielraum kann deshalb sinnvoll sein. Ein später größeres Auto, zusätzliche Fahrräder oder eine neu eingerichtete Werkbank verändern den Platzbedarf schnell.

Reserve sollte jedoch gezielt entstehen. Zusätzliche Quadratmeter beanspruchen Grundstücksfläche und können auch baurechtlich relevant sein. § 19 der Baunutzungsverordnung regelt beispielsweise die Ermittlung der zulässigen Grundfläche und berücksichtigt dabei unter bestimmten Voraussetzungen auch Garagen, Stellplätze und deren Zufahrten. Der genaue rechtliche Rahmen lässt sich im § 19 BauNVO zur Grundflächenzahl und zulässigen Grundfläche nachlesen.

Die bessere Planungsreserve besteht deshalb nicht darin, pauschal möglichst groß zu bauen. Sinnvoller ist es, wahrscheinliche spätere Nutzungen früh mitzudenken. Vielleicht soll die heutige Abstellfläche später Fahrräder aufnehmen, vielleicht wird aus einem Lagerbereich eine kleine Werkstatt oder das nächste Fahrzeug fällt höher und länger aus.

Damit führt die entscheidende Frage wieder an den Ausgangspunkt zurück: nicht „Wie viele Autos sollen hineinpassen?“, sondern „Was soll auf dieser Fläche tatsächlich möglich sein?“ Wer diese Nutzung zuerst definiert und anschließend Bewegungsflächen, Zufahrt, Tor, Untergrund und Standort betrachtet, kann wesentlich fundierter entscheiden, ob Carport, klassische Garage, größere Überdachung oder Hallenkonstruktion zur Aufgabe passt.