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Betongold neu gedacht: Mit Immobilien ETFs am Markt partizipieren

Laptop und Notizblock auf dem Tisch
Foto: Envato Elements / studiovk

Immobilien gelten als solide und vergleichsweise wertbeständig. Deshalb hegen viele Bürger den Wunsch, in eine Immobilie zu investieren. Doch der Traum rückt für sie immer öfter in unerreichbare Ferne. Ein Grund dafür sind die steigenden Kosten, etwa für Zinszahlungen. Wer trotzdem vom Immobilienmarkt profitieren möchte, kann dies durch Alternativen wie ETFs. Was die Exchange Traded Funds so interessant macht, zeigt dieser Artikel.

Wie Immobilien ETFs aufgebaut sind

Ein ETF ist vergleichbar mit einem Korb, in dem verschiedene Vermögenswerte liegen. Immobilien ETFs im Besonderen bündeln

  • Immobilienunternehmen aus unterschiedlichen Bereichen (z. B. Wohnen, Büro, Logistik)
  • sogenannte REITs, die Immobilien besitzen und Mieteinnahmen erzielen
  • Märkte aus verschiedenen Regionen, etwa Europa, USA oder weltweit
  • verschiedene Nutzungsarten, um nicht von einem Segment abhängig zu sein
  • sowohl Kursentwicklungen der Unternehmen als auch mögliche Ausschüttungen

So entsteht ein breiter Zugang zum Immobilienmarkt, ohne selbst eine einzelne Immobilie zu besitzen.

Unterschiede zum klassischen Immobilieninvestment

Viele Immobilien-Interessierte entscheiden sich bewusst für ETFs, denn der Kapitalbedarf ist hier deutlich geringer. Für eine Wohnung im Wert von 300.000 € fallen schnell 30.000–60.000 € Eigenkapital plus Nebenkosten an. Bei einem ETF kann man bereits mit kleinen Beträgen starten, oft sogar mit einem monatlichen Sparplan ab 20 oder 50 €.

Auch die Flexibilität ist bei ETFs anders. Sie können jederzeit an der Börse gehandelt werden, sogar innerhalb von Sekunden. Eine Immobilie hingegen lässt sich nicht kurzfristig verkaufen. Der Prozess dafür kann sogar mehrere Monate dauern. Ein weiterer Vorteil der ETFs ist die Risikostreuung. Da das Investment auf viele Unternehmen und Immobilien weltweit verteilt wird, hängt die Entwicklung nicht von einem einzelnen Objekt ab. Probleme wie Leerstand oder sinkende Mieten an einem Standort wirken sich dadurch weniger stark aus.

Hinzu kommt der geringere Aufwand. Wer eine Immobilie besitzt, muss sich um Vermietung, Instandhaltung und Organisation kümmern. Bei einem ETF entfällt das komplett. Das Investment läuft im Hintergrund, ohne dass man aktiv eingreifen muss.

Die Planbarkeit der Einnahmen ist ein weiterer Punkt, warum sich viele Anleger bewusst ETFs aussuchen. Bei Immobilien hängen die Mieteinnahmen beispielsweise stark von einzelnen Faktoren ab. Dazu gehören Zahlungsbereitschaft der Mieter, Zustand der Wohnung oder die Lage. Fällt ein Mieter aus oder entstehen Reparaturen, wirkt sich das unmittelbar auf die Miethöhe aus. Bei den ETFs hingegen verteilen sich solche Effekte auf viele Unternehmen, sodass einzelne Probleme weniger ins Gewicht fallen.

Chancen für Anleger

Anleger profitieren bei den ETFs vom Zugang zum Immobilienmarkt ohne eigenes Eigentum oder hohe Anfangsinvestitionen. Zudem können sie ihr Investment breit streuen, da das Kapital auf viele Unternehmen, Regionen und Nutzungsarten verteilt wird.

Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität. Anteile lassen sich jederzeit kaufen oder verkaufen, sodass Anleger schnell auf Veränderungen reagieren können. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, schrittweise zu investieren und das Engagement im Immobilienmarkt nach und nach auszubauen.

Darüber hinaus können Immobilien ETFs laufende Erträge bieten. Gerade bei REITs werden häufig regelmäßige Ausschüttungen vorgenommen, die Anleger zusätzlich zu möglichen Kursgewinnen erhalten. So entsteht eine Kombination aus Beteiligung am Markt und laufenden Einnahmen.

Was Anleger beachten sollten

Immobilien ETFs haben Vorteile, aber sie verhalten sich nicht wie eine eigene Wohnung oder ein Haus. Die Kurse bewegen sich an der Börse – und damit oft schneller, als man es von Immobilien erwarten würde. Ein Punkt, der dabei immer wieder eine Rolle spielt, sind die Zinsen. Wenn Kredite teurer werden, wirkt sich das auf viele Immobilienunternehmen aus. Genau das spiegelt sich dann auch in den ETFs wider.

Wichtig ist auch: Man investiert nicht in ein konkretes Objekt. Es gibt keine einzelne Wohnung, die man kennt oder bewertet. Stattdessen hängt alles an den Unternehmen, die im ETF enthalten sind. Entscheidungen werden dort getroffen, nicht vom Anleger selbst.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Zusammensetzung. Nicht jeder ETF ist gleich aufgebaut. Manche sind global ausgerichtet, andere konzentrieren sich stärker auf einzelne Regionen oder Bereiche. Das beeinflusst, wie sich das Investment entwickelt.

Immobilien als Baustein im Portfolio

Viele nutzen Immobilien ETFs nicht als Hauptanlage, sondern eher als Ergänzung. Sie kommen ins Portfolio dazu, nicht an die Stelle anderer Investments. Der Gedanke dahinter ist einfach: Immobilien entwickeln sich oft anders als andere Märkte. Das kann helfen, das Gesamtbild etwas auszugleichen.

Dabei geht es nicht darum, alles auf diesen Bereich zu setzen. Vielmehr wird ein zusätzlicher Baustein ergänzt, der anders reagiert als klassische Aktien. Auch die Mischung spielt eine Rolle. Neben möglichen Kursgewinnen gibt es bei vielen Immobilieninvestments regelmäßige Erträge. Das passt für einige Anleger gut in die eigene Strategie.

Beispiele für Immobilien ETFs

Wer sich den Markt anschaut, merkt schnell: Es gibt nicht den einen Immobilien ETF. Viele Produkte setzen auf einen globalen Ansatz. Sie bündeln große Immobilienunternehmen und REITs aus verschiedenen Ländern. Dadurch entsteht automatisch eine gewisse Streuung.

Daneben gibt es Varianten mit klarerem Fokus. Einige ETFs konzentrieren sich stärker auf die USA. Der Markt dort ist besonders groß, entsprechend hoch ist auch der Anteil solcher Unternehmen. Andere Produkte bleiben näher an Europa. Sie investieren gezielt in bekannte Märkte und sind damit etwas regionaler ausgerichtet.

Am Ende macht genau das den Unterschied. Je nachdem, wie breit oder fokussiert ein ETF ist, entwickelt er sich auch unterschiedlich. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf den jeweiligen Index, den der ETF abbildet.