Die Überwachung eines Bauwerks beschränkt sich längst nicht mehr auf regelmäßige Begehungen mit Notizbuch. Risse, Neigungen, Abstände, Verformungen: All diese Schäden entwickeln sich im Laufe der Zeit – mal langsam, mal sprunghaft infolge von Klima oder Belastungen. Sie zuverlässig zu erfassen, erfordert kontinuierliche Messungen statt einzelner Ablesungen. Genau darum geht es bei der Rissüberwachung aus der Ferne und – weiter gefasst – beim vernetzten strukturbezogenen Monitoring. Saugnac, französischer Hersteller von Messgeräten seit über 30 Jahren, bietet hierfür eine vollständige Palette vernetzter Sensoren, die für den Praxiseinsatz konzipiert sind.
Warum auf Fernüberwachung umsteigen?
Die manuelle Überwachung eines Schadens war lange die Norm: Ein Techniker fährt vor Ort, liest einen Wert ab, notiert ihn und kehrt Wochen später zurück. Die Methode ist zuverlässig, aber aufwendig, kostspielig und lückenhaft. Sie erfasst nur eine punktuelle Momentaufnahme, nie die tatsächliche Dynamik des Phänomens. Ein Riss kann sich im Rhythmus der Temperaturschwankungen öffnen und wieder schließen, ohne dass es jemand bemerkt.
Die Fernüberwachung verändert diese Logik grundlegend. Ein vernetzter Sensor misst kontinuierlich, überträgt seine Daten automatisch über das Netzwerk und macht sie über Computer, Tablet oder Smartphone abrufbar – ganz ohne Einsatz vor Ort. Dem Sachverständigen steht damit ein vollständiger Verlauf, auswertbare Kurven und Warnmeldungen bei Schwellenüberschreitung zur Verfügung. An schwer zugänglichen Bauwerken – hohen Fassaden, Brücken, Viadukten, Untergeschossen oder Gewölben – ist der Nutzen noch deutlicher: Hubarbeitsbühnen, Gerüste und Industriekletterer entfallen, was Kosten und Sicherheitsrisiken erheblich senkt.
Eine vernetzte Produktreihe für jede Art von Bewegung
Die Stärke eines Monitoring-Ansatzes liegt in der Kohärenz der Werkzeuge. Saugnac bietet hierfür vernetzte Sensoren für das Bauwerksmonitoring, die ihre Daten alle in dieselbe Anwendung übertragen, sodass sich mehrere Messgrößen an einem Bauwerk kombinieren lassen. Jedes Modell deckt einen konkreten Bedarf ab.
Der R1, vernetzter Rissmonitor, ist die Referenzlösung für die Überwachung eines Risses. Er misst die Rissbreite mit einer Auflösung von 0,01 mm und erfasst dank seiner drei integrierten Sensoren zugleich Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Diese Kombination erlaubt es, eine natürliche, jahreszeitlich bedingte Bewegung von einer wirklich fortschreitenden Schädigung zu unterscheiden.

Der R2 ist für Risse mit großer Öffnung ausgelegt. Sein ausgelagerter linearer Sensor erweitert den Messbereich auf bis zu 100 mm – dort, wo der Bereich des R1 nicht mehr ausreicht. Ideal für Beton- und Mauerwerksbauwerke mit ausgeprägten Verformungen, etwa an Dehnungsfugen oder bei erheblichen Schäden.

Der R5 ist ein Neigungssensor mit 2-Achsen-Überwachung. Er überwacht aus der Ferne das Kippen oder die Rotation eines Bauteils – einer Stützmauer, eines Geländers, einer Stütze – mit einer Auflösung von 0,005°.

Der R10 misst Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Diskret ergänzt er eine Überwachung, indem er die klimatischen Bedingungen dokumentiert, die anderswo am Bauwerk beobachtete Bewegungen beeinflussen.

Der R20, vernetzter Extensometer, verfolgt den Abstand zwischen zwei weit voneinander entfernten Punkten – etwa beiderseits eines breiten Risses oder zwischen zwei Wänden.

Zu diesen Sensoren kommen einsatzbereite Sets für die mehrachsige Überwachung hinzu – ein 2-Achsen-Set (zwei R1 + Scherbewegungs-Set) und ein 3-Achsen-Set (drei R1 + Scherbewegungs- und Versatz-Set) –, mit denen sich eine Bewegung im Raum charakterisieren lässt und nicht nur in ihrer Öffnung.
Sensoren für eine einfache und dauerhafte Montage
Die Einführung von Überwachungssensoren scheiterte lange an der Komplexität der Installation. Die vernetzte Produktreihe von Saugnac begegnet diesem Hindernis mit einer „Plug-and-Play“-Logik. Die Geräte werden betriebsbereit geliefert und lassen sich in wenigen Klicks konfigurieren – ohne IT-Kenntnisse. Die Montage erfolgt in wenigen Minuten auf jedem Untergrund, massiv oder hohl, flach oder in einer Ecke: Zwei Bohrungen genügen, ohne spezielles Werkzeug.
Die Datenübertragung erfolgt über ein LTE-M/NB-IoT-Modul, das eine stabile Messdatenübertragung unabhängig von den lokalen Netzbedingungen sicherstellt – ein Empfang ist auch in Kellern und Untergeschossen möglich. Die langlebige Batterie ermöglicht je nach gewählter Mess- und Übertragungshäufigkeit eine Betriebsdauer von bis zu acht Jahren. Bei einem Bauwerk, das über mehrere Jahre überwacht werden soll, reduziert dies den Wartungsaufwand auf nahezu null – ein entscheidender Vorteil dort, wo jeder Einsatz hohe Kosten verursacht.
Alle Daten werden in der Saugnac-App zentralisiert. Der Nutzer stellt die Messhäufigkeit ein (von stündlich bis einmal täglich), betrachtet die Kurven, legt Warnschwellen fest und erhält eine sofortige Benachrichtigung bei Überschreitung. Der Export im Excel- oder CSV-Format erleichtert die Integration in ein Sachverständigengutachten oder ein Gebäudemanagementsystem.
An wen richtet sich das vernetzte strukturbezogene Monitoring?
Die Fernüberwachung betrifft ein breites Spektrum von Fachleuten:
- Ingenieurbüros und Bauingenieure: präzisere Diagnosen auf Basis kontinuierlicher Messungen.
- Immobilienverwalter und Gebäudebetreiber: optimierte Sanierungsplanung und reduzierte Wartungskosten, da nur zum richtigen Zeitpunkt eingegriffen wird.
- Historische Bauwerke: diskrete und nicht-invasive Überwachung ohne physische Eingriffe an empfindlichen Strukturen.
- Betonbauwerke und schwere Infrastrukturen: Brücken, Tunnel und Staudämme, die mechanischen und klimatischen Belastungen ausgesetzt sind – mit Echtzeit-Zugriff zur frühzeitigen Erkennung kritischer Entwicklungen.
Diese Antizipation vermeidet kostspielige Reparaturen und gewährleistet die Sicherheit der Bauwerke wie der Menschen.
Französische Expertise, bereits im deutschsprachigen Raum präsent
Hinter dieser Produktreihe steht ein anerkanntes Unternehmen: Saugnac stellt seit über 30 Jahren Messgeräte her und zählt zu den Referenzen in der Überwachung von Rissen und Strukturbewegungen, mit rund 20 Modellen im Katalog. Seit rund einem Jahrzehnt auf dem deutschen und österreichischen Markt tätig, hat das Unternehmen seine vernetzten Sensoren seit Ende 2024 bereits an über 100 Standorten in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz installiert.
Die digitale Transformation im Bau- und Ingenieurwesen schreitet weiter voran. Mit seiner Produktreihe vernetzter Sensoren bietet Saugnac eine zuverlässige, präzise und einfach einzusetzende Antwort auf die Herausforderungen der Bauwerksüberwachung – für die Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Werterhaltung des baulichen Bestands.



