Großzügig wohnen auf kleinem Grundstück

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Bild: envato elements, bilanol

Bauland wird vielerorts zum größten Kostenpunkt beim Hausbau. Clevere Lösungen, die großzügiges Wohnen auf minimaler Grundstücksfläche ermöglichen, sind daher gefragt! Wir zeigen dir, wie wohnen auf kleinem Grundstück geht und wie du dein Haus so baust, dass der verfügbare Platz optimal genutzt ist.

Bauen ist eine kostenintensive Angelegenheit – und die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Nach Zeiten niedrigster Zinsen machen heute gestiegene Bauzinsen, hohe Materialkosten und der allgemeine Immobilien-Boom das Bauen teurer. Die Folge: Wer heute baut, muss das Budget clever planen.

Grundstück oft größter Kostenpunkt

Die genauen Kosten hängen dabei stark von der Region ab, in der du ein Baugrundstück suchst. Und von der konkreten Lage des Baugrundes: Sie reichen von mehreren Tausend Euro pro Quadratmeter in einer guten Münchner Lage bis hin zu Preisen im niedrigen zweistelligen Bereich in ländlichen Regionen wie dem thüringischen Hildburghausen. Dies macht klar: Es gibt in Bezug auf Grundstücke keinen verlässlichen Orientierungswert. Je gefragter die Gegend, desto teurer! Das Ergebnis ist, dass in vielen Ballungsgebieten der Kaufpreis für das Grundstück den größten Einzelposten bei den Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus darstellt.

Am Grundstück zu sparen wird somit nicht nur eine Kür für Sparfüchse. Für viele Bauherren gibt das den Ausschlag, ob sie sich überhaupt ein Eigenheim leisten können.

Platzsparende Haustypen fürs Wohnen auf kleinem Grundstück

Auf einem kleinen Grundstück zu bauen, heißt nicht, auf hohen Wohnkomfort zu verzichten. Die Bauform eines Hauses ist ausschlaggebend für seinen Platzbedarf. Ein eingeschossiger Bungalow benötigt viel Fläche. Zudem geht bei frei stehenden Einfamilienhäusern viel Platz durch die vorgeschriebenen Grenzabstände verloren. Mithilfe einer cleveren Planung realisieren Bauherren auch auf wenig Platz individuelle Wohnträume. Das geht zum Beispiel mit folgenden Wohnformen:

  • Doppel- oder Reihenhaus: Hier sparst du dir an den Seiten den Platzverlust durch vorgeschriebene Grenzabstände.
  • Kettenhäuser: Auch sogenannte Kettenhäuser, bei denen z.B. Garagen oder andere eingeschossige Anbauten benachbarte Wohnhäuser „verbinden“, ermöglichen eine optimierte Nutzung des vorhandenen Platzes. Diese Bauformen müssen mit den im Bebauungsplan vorgegebenen Parametern übereinstimmen.
  • Mehrgeschossige Einfamilienhäuser: Baue in die Höhe statt in die Breite. Zum Beispiel mit drei Etagen oder mit Wohnkeller.

Was, und wie viel Sie auf ihrem Grundstück bauen dürfen, ist hier definiert. Der Bebauungsplan macht z.B. oft Vorgaben für die maximale Traufhöhe, die Dachform und die bebaubare Fläche auf einem Grundstück. Er muss eingehalten werden.

Immer mehr Menschen tendieren zudem dazu, sich flächenmäßig zu verkleinern. Kleine Häuser, Minihäuser oder Tiny Häuser haben sich als neue Wohnkonzepte etabliert. Beispiele für kleine Häuser Grundrisse und was du bei der Planung beachten musst, findest du in einem separaten Artikel.

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Wohnen auf kleinem Grundstück geht zum Beispiel gut mit einem Doppelhaus. Bild: Envato elements, pressmaster

Dachgeschoss oder Keller?

1. Ausbau des Dachgeschosses

Eventuell kannst du durch ein zusätzliches Geschoss oder zumindest ein Staffelgeschoss mehr Wohnfläche realisieren. Wo ein Satteldach vorgeschrieben ist, kann mithilfe von Dachflächenfenstern oder Gauben unter der Dachschräge attraktiver Wohnraum entstehen.

2. Bauen mit Keller

Der Bau eines Kellers ist auf kleinen Grundstücken empfehlenswert: Im Untergeschoss gibt es neben der Haustechnik Raum für die nötigen Abstell- und Stauraumflächen. Mithilfe von Lichthöfen zusätzlich für zusätzliche Gäste- oder Schlafzimmer. So bleibt über der Erde mehr Platz fürs Wohnen.

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Alle Bilder: Knecht Kellerbau GmbH

Privatsphäre und Licht: Fenster und Terrassen richtig planen

Wer aufgrund eines kleinen Grundstückes nahe an seine Nachbarn heranrückt, der sollte der Platzierung von Fenstern und Türen, Terrassen und Balkonen bei der Planung besondere Aufmerksamkeit widmen.

  • Fenster: Viele Fenster, die üppig Tageslicht ins Hausinnere führen, sind für eine großzügigere Raumanmutung unerlässlich. Genauso wie für gesundes Wohnen. Sie sollten so in der Fassade platziert werden, dass man sich in seinem Wohnzimmer nicht wie auf dem Präsentierteller fühlt. Bewohner wollen später nicht ständig Gardinen oder Rollos schließen, um ihre Privatsphäre zu schützen.
  • Terrassen und Balkone: Je dichter die Bebauung in der Nachbarschaft, desto sorgfältiger sollten Sie den Ort Ihres „Freiluftzimmers“ wählen. Auch wenn das bedeutet, dass die Terrasse nicht direkt ans Wohnzimmer anschließt oder sich optimal nach Süden orientiert. Hier ist Fantasie und Flexibilität gefragt: Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit einer blickgeschützten Dachterrasse für das geliebte Sonnenbad oder man läuft drei Schritte durch den Garten, bis man den lauschigen Platz im Grünen erreicht.

Grundriss gut planen

Eine geschickte Planung des Grundrisses kann kompakten Gebäuden zu einer großzügigeren Wohnatmosphäre verhelfen. Hier ist das Motto: Je weniger Wände, desto großzügiger wirkt der Wohnraum.

  • Offenes Wohnkonzept: Es empfiehlt sich z.B. Küche und Esszimmer zu einem Mittelpunkt zusammenzufassen. Eine direkte Verbindung von diesem Raum zur Terrasse ist ideal aber kein Muss.
  • Fließende Übergänge: Ohne trennende Wände oder Türen fällt es meist gar nicht auf, wenn das Wohnzimmer etwas kleiner ist. Plane so, dass es direkt an den Essbereich angeschlossen ist.
  • Treppen als Design-Element: Flure und Treppen brauchen in einem Einfamilienhaus keine räumliche Abtrennung. Sorgfältig gestaltet, avancieren Treppen zu einem attraktiven Eyecatcher im Wohnbereich.

Grundsätzlich gilt beim Bauen und wohnen auf kleinem Grundstück: Sehr sorgfältig planen – dann gibt es auch auf Mini-Grundstücken ein Maximum an Wohnfläche und -komfort.