Ein Hausbau ist ein enormes Projekt, das seine ganz eigene Sprache hat. Damit du bei den Verhandlungen mit deiner Architektin oder mit der Bank noch durchsteigst, habe ich dir hier die 10 wichtigsten Begriffe aufgelistet – von A wie Abnahme bis R wie Rohbau.
1. Bebauungsplan (B-Plan)
Der Bebauungsplan ist die rechtliche Grundlage für dein Bauvorhaben. Die Gemeinde legt den Plan fest und schreibt vor, was und wie du als Bauherr*in auf einem Grundstück bauen darfst (z.B. Anzahl der Stockwerke, Dachform oder die bebaubare Fläche).
2. Grundflächenzahl (GRZ) & Geschossflächenzahl (GFZ)
Diese Kennzahlen stehen im Bebauungsplan und sind ausschlaggebend für die Hausgröße
- GRZ: Gibt an, wie viele Quadratmeter des Grundstücks du bebauen darfst (bei einer GRZ von 0,2 darfst du beispielsweise 20 % der Fläche bebauen).
- GFZ: Gibt das Verhältnis der gesamten Wohnfläche aller Stockwerke zur Grundstücksfläche an.
3. Erschließung
Bevor du den ersten Stein setzt, muss das Grundstück „erschlossen“ sein. Das heißt es muss ans öffentliche Netz für Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikation angeschlossen werden. Ein unerschlossenes Grundstück ist zwar günstiger, zieht aber hohe Folgekosten nach sich.
4. Bodenrichtwert
Der Bodenrichtwert meint den durchschnittlichen Lagewert für den Boden eines Gebiets. Dieser Wert fungiert als Orientierungshilfe für den Kaufpreis eines Grundstücks und wird in regelmäßigen Abständen von Gutachterausschüssen ermittelt.
5. Baugenehmigung
Wenn die Baugenehmigung erteilt ist, hast du damit die offizielle Erlaubnis der Bauaufsichtsbehörde, dass du dein Haus nach den eingereichten Plänen errichten darfst. Ohne die Bestätigung der Genehmigung, den sogenannten „Roten Punkt“, darf nicht gebaut werden.
6. Rohbau
Ein Haus gilt als Rohbau, wenn die Außenmauern, die tragenden Innenwände und die Dachkonstruktion fertiggestellt sind. Den Abschluss des Rohbaus feiern Bauherr*innen traditionell mit dem Richtfest.
7. Gewerke
Die Bezeichnung „Gewerke“ meint die einzelnen handwerklichen Arbeitsbereiche am Bau. Maurerarbeiten sind ein Gewerk, Elektroinstallationen ein anderes. Beim Hausbau musst du die verschiedenen Gewerke zeitlich perfekt aufeinander abstimmen.
8. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Für viele Bauherr*innen ist die KfW der wichtigste Finanzierungspartner. Die KfW ist eine staatliche Förderbank, die zinsgünstige Kredite und Zuschüsse vergibt. Zuschüsse gibt es z.B. für Bauherr*innen, die sich für den Bau eines KfW-Effizienzhauses entscheiden.
9. Bauleistungsbeschreibung
Die Bauleistungsbeschreibung ist das wohl wichtigste Dokument im Vertrag mit einem Bauträger. Darin findest du detailliert aufgelistet die Leistungen und Materialien, die im Preis enthalten sind. Hierzu gehören z.B. die verwendeten Fliesen oder die Dämmung. Was hier nicht drinsteht, kostet meist extra!
10. Abnahme
Der rechtlich folgenreichste Moment ist der Tag der Abnahme: Bei diesem Termin bestätigst du, dass dein Haus ordnungsgemäß und ohne wesentliche Mängel gebaut wurde. Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistungsfrist und das Risiko für Schäden überträgt sich auf dich als Bauherr*in.
Tipp für den Start
Achte besonders auf die Baunebenkosten. Viele zukünftige Bauherr*innen unterschätzen, dass Posten wie Notar, Grunderwerbsteuer, Erschließung und Erdaushub bei den Kosten oft noch einmal 15 % bis 20 % zum reinen Hauspreis oben draufschlagen.





