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Die perfekte Grundriss Planung

Einfamilienhaus Grundriss planung
Grundriss planen - so geht's. Bild: Fertighaus Weiss

Endlich wohnen ohne Abstriche – das erhofft sich das Gros der Bauherren vom neuen Eigenheim. Damit dieser Traum tatsächlich in Erfüllung geht, haben wir einige Tipps für den perfekten Grundriss zusammengestellt. Zunächst geben wir euch allgemeine Planungstipps an die Hand. Am Ende des Artikels könnt ihr euch zudem unser Video zur Grundriss Planung mit anschaulichen Beispielen für gelungene Grundrisse ansehen.

Die Ansprüche an Haus oder Wohnung können bezüglich ihrer Raumeinteilung so verschieden sein wie die Menschen, die darin leben. Darum ist ein Grundriss dann gut, wenn er den Wünschen und Gewohnheiten der jeweiligen Bewohner entspricht. – Und zwar nicht nur zum Planungszeitpunkt, sondern auch in Zukunft, da sich die Bedürfnisse der Familienmitglieder mit der Zeit ändern. Für die Baufamilie heißt das, sich konkrete Gedanken machen über Gewohnheiten und künftige Lebenssituationen.

Aufteilung, Größe und Anordnung der Räume sind entscheidend dafür, wie viel Platz es für Gemeinsamkeit und Rückzug geben wird und damit auch, wie reibungslos und harmonisch Alltagsabläufe funktionieren. Es ist also wichtig, dass künftige Bauleute zunächst sämtliche Ideen und Wünsche aller Familienmitglieder sammeln und diese am besten aufschreiben!

Tipp 1: Individuellen Bedarf ermitteln

Um den eigenen Bedarf für den Grundriss optimal zu ermitteln, solltet ihr euch im Vorfeld folgende Fragen stellen:

  • Wie viele Kinder- und Schlafzimmer werden gebraucht, sollen später die Großeltern mit einziehen (abtrennbarer Bereich mit vorinstallierter Küche/Bad)?
  • Hat die Familie oft Gäste oder muss ein Elternteil zu Hause arbeiten (Zusatzzimmer im Erdgeschoss mit Bad)?
  • Wird viel gekocht und mit Gästen gegessen (offene Küche oder abgetrennte Wohnküche)?
  • Müssen morgens alle gleichzeitig aus dem Haus (Zusatzbad)?
  • Soll das Obergeschoss später separat nutzbar sein (abgeschlossenes Treppenhaus)?

Diese Fragen können anhand eigener Vorlieben und Lebensentwürfe leicht ergänzt werden.

Tipp 2: Bei der Grundriss Planung Himmelsrichtungen beachten

Ein Grundriss kann immer nur für ein konkretes Grundstück geplant werden. Besonders wichtig ist dabei die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen, hierbei gelten folgende allgemeine Planungsgrundlagen: Das Haus sollte zur Südseite geöffnet und nach Norden eher geschlossen sein. Nebenräume liegen am besten im Norden, Wohn- und Kinderzimmer Richtung Süden oder Westen, und Schlafzimmer und Küche mit Frühstücksecke im Osten (Sonnenaufgang).

Zimmer, die tagsüber genutzt werden, richtet man am besten zur Sonne aus, während Nebenräume meist auf der Nordseite liegen. Das Schlafzimmer sollte im Idealfall nach Osten zeigen, damit ihr von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werdet. Der Wohnbereich mit Essplatz, Wohn- und Kinderzimmern profitiert am meisten von einer Süd- oder Süd-West-Ausrichtung. Auch Terrassen und Balkone werden meist dorthin ausgerichtet. Optimal ist zudem, einen Frühstücksplatz in der Küche mit einem Ostfenster für die Morgensonne einzuplanen.

Tipp 3: Zuordnung der Räume

Generell sollte man die Grundriss Planung so vornehmen, dass die Laufwege im Haus und Erschließungsflächen wie Flure möglichst kurzgehalten werden. Werden Räume ihrer Nutzung zugeordnet, sorgt das für kurze Wege: Die Speisekammer neben der Küche, Schlafzimmer neben Bad und Ankleide. Räume mit hohem Installationsaufwand wie Küche, Bad und Technikraum sollten nah beieinander oder übereinander liegen. Es kann auch sinnvoll sein, den Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine oben einzuplanen, wo die Schmutzwäsche anfällt – oder einen Abwurfschacht aus dem Bad nach unten einzubauen.

Ein Büro neben dem Kinder- oder Jugendzimmer bietet sich weniger an. Doch ein Arbeitszimmer, das später zum Jugendzimmer werden kann und vom Erd- ins Obergeschoss tauscht, ist sinnvoll. Dieses Zusatzzimmer mit eigenem Bad könnte irgendwann auch zum Schlafzimmer umfunktioniert werden und barrierefreies Wohnen im Erdgeschoss ermöglichen. Diese Flexibilität ist nur bei gut proportionierten, etwa gleich großen Räumen gegeben. Im Video zeigen wir euch dazu ein gutes Grundrissbeispiel.

Tipp 4: Eingangsbereich mit Vordach

Flure und Innentreppen sollten platzsparend bemessen sein, damit mehr Quadratmeter für die Wohnfläche übrig bleiben. Dennoch ist Vorsicht geboten: Der Eingangsbereich darf nicht zu eng ausfallen, vor allem, wenn bei Regen mehrere Personen gleichzeitig ins Haus möchten. Zudem sollte die Haustür im Außenbereich gut vor Wind und Wetter geschützt sein, beispielsweise durch ein Vordach.

Grundriss Planung Envato elements friends_stock
Bei diesem Grundriss wurde der Eingangsbereich großzügig, aber trotzdem platzsparend geplant mit Gäste-Badezimmer und Garderobe. Bild: Envato Elements, friends_stock

Tipp 5: Ausreichend Platz für Treppen

Eine Treppe benötigt ausreichend Platz, um ein komfortables Steigungsverhältnis zu gewährleisten. Der Treppenantritt sollte sich nicht unmittelbar neben der Tür befinden. Je nachdem, ob die Treppe offen im Wohnraum oder separat in der Diele liegt, lässt sich das Obergeschoss später besser abtrennen. Bei der Form habt ihr die Wahl zwischen geraden Stufen (ein- oder zweiläufig mit Podest) und gewendelten Treppen. Letztere benötigen bei der Grundriss Planung weniger Platz, sind aber aufgrund der schrägen Stufen oft etwas weniger komfortabel zu begehen. Spindeltreppen kommen als Haupttreppe in einem Wohnhaus in der Regel nicht infrage.

Tipp 6: Wohnen, Kochen, Essen – lieber offen

Der Trend geht klar zum offenen Wohnen. Flexibel und sinnvoll geplant – für alle Lebenslagen: Offen gestaltete Grundrisse haben den Vorteil, dass auch auf kleiner Fläche ein großzügiger Raumeindruck entsteht und weniger Platz für Wände und Flure gebraucht wird. Das spart Platz und fördert die Kommunikation. Allerdings ist hier auch mehr Rücksichtnahme gefordert. Je größer die Familie, desto empfehlenswerter ist eine akustische Trennung der Bereiche, und individuelle Rückzugsräume werden wichtiger. Dennoch solltet ihr euch über mögliche Nachteile des offenen Wohnens bewusst sein, die wir euch anhand der Beispiele in unserem Video genauer erklären.

Jede Baufamilie sollte sich zudem fragen, ob sie dem Grundriss-Klassiker mit großem Wohnbereich und kleineren Schlaf- und Kinderzimmern sowie der Einteilung „unten wohnen, oben schlafen“ folgen will. Vielleicht passt eine individuelle Grundriss Planung viel besser zu Ihren Gewohnheiten? Mit extra Fernseh- und Musikzimmer oder mit Lese- und Spielecken im Gemeinschaftsbereich? Hauptsache, sie sorgen für ein entspanntes Miteinander und bieten eine gute Mischung aus Nähe und Distanz.

Tipp 7: Möglichst 2 Badezimmer einplanen

Das Bad wird im Alltag schnell zum Stressfaktor, wenn morgens alle zur gleichen Zeit aus dem Haus müssen. Ein Gäste-WC oder besser noch ein zweites Duschbad sind für Familien daher wärmstens zu empfehlen. Aus bautechnischer Sicht ist es am sinnvollsten, die Bäder direkt neben- oder übereinander anzuordnen.

Tipp 8: Schlafzimmer müssen Ruhe ausstrahlen

Dieser Raum dient in erster Linie der Erholung. Deshalb solltest du bei der Grundriss Planung darauf achten, dass das Schlafzimmer an einer möglichst ruhigen, störungsfreien Stelle geplant wird. Experten raten dazu, im Schlafzimmer auf Ablenkungen zu verzichten. Große, geschlossene Fronten von Einbauschränken stören die Ruhe zwar nicht direkt, können aber alternativ auch in einer separaten Ankleide untergebracht werden.

Außerdem sollte schon bei der Planung bedacht werden, dass sich die Lebenssituation der Bewohner ändern wird: Kinder wachsen heran, ziehen aus, man selbst wird älter. Das Bedürfnis nach Nähe und Distanz ist je nach Person und Alter verschieden: Kleine Kinder sind gerne in der Nähe der Eltern und brauchen Aufsicht, Teenager möchten Abstand. Je älter die Kinder, umso angenehmer können klare Bereichstrennungen und Wohnen auf unterschiedlichen Etagen sein, um sich gegenseitig nicht in die Quere zu kommen. Denn in den Individualräumen (Schlaf-, Kinder- und Arbeitszimmer) sollte jeder seinen Interessen nachgehen können, ohne den anderen zu stören: Kinder toben und spielen, Erwachsene ausspannen, Jugendliche auch mal laut Musik hören.

Tipp 9: Abstellräume und Kellergeschoss für ausreichend Stauraum

Eine durchschnittliche Familie besitzt rund 10.000 Gegenstände – der Wert von ausreichendem Stauraum ist also nicht zu unterschätzen. Ob dieser durch separate Abstellräume und Einbauschränke, einen Keller, einen Carport oder einen Schuppen geschaffen wird, spielt dabei kaum eine Rolle. Ein praktischer Planungstipp: Wenn ihr Türen und Fenster mindestens 60 cm von den Wandecken entfernt platziert, gewinnt ihr wertvolle Stellfläche für Kommoden und Schränke. Auch Schranknischen für Einbaumöbel können eine sehr clevere Lösung sein.

Tipp 10: Grundriss selbst planen

Im nächsten Schritt ist es hilfreich, selbst erste Skizzen anzufertigen. Zunächst empfiehlt es sich, den Grundriss erstmal per Hand aufzuzeichnen. Besonders dann, wenn schon ein Grundstück vorhanden ist, kann jetzt die Zuordnung der Räume untereinander, in Bezug auf die Himmelsrichtungen und Freiflächen geplant werden. Diese Vorarbeit kann auch im Gespräch mit Architekt, Berater oder Hausverkäufer hilfreich sein.

Für die finale Visualisierung gibt es online diverse Tools, von denen auch einige kostenlos sind. Zu nennen ist hier zum Beispiel Sweethome3d. An anspruchsvollere CAD-Programme solltest du dich nur dann trauen, wenn du schon Erfahrung in der Bedienung hast, da diese viel Know-how erfordert und wenig intuitiv ist.

Dir steht wenige Grundfläche zur Verfügung, die du maximal ausnutzen möchtest? Dann schau dir unsere Beispiele für kleine Häuser Grundriss an.

Video: 10 Tipps zum perfekten Grundriss

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Perfekte Grundriss Planung – so geht’s: im Video verrät dir unsere Hausbauhelden Susanne Neutzling die Do’s und Don’ts beim Thema Grundriss.